Reconstructing Song

Programm

Dienstag 16.06.2009, 20:30 Uhr, Stadtgarten/Konzertsaal
Reconstructing Song Special: SUBLIME FREQUENCIES

w/ GROUP DOUEH (West-Sahara) & OMAR SOULEYMAN (Syrien) plus Sublime Frequencies-Films &-DJs



Dieses Reconstructing Song Special ist genau das, nämlich extra special!!  Mit Omar Souleyman (Syrien) und der mauretanischen Group Doueh kommen nicht nur zwei aussergewöhliche Bands, die zum ersten Mal in Europa zu hören sind, sondern das Ganze findet mit Filmen und DJ-Sets auch im Rahmen der ersten ausgewachsenen Tour des Sublime Frequencies-Labels statt.   Sublime Frequencies ist als internationales Kollektiv von Trüffelschweinen um den Musiker Alan Bishop (Sun City Girls), welweit auf der Suche nach obskuren, vergessenen, expressiven, trashigen Klängen und Bildern aus den Grenzgebieten zwischen Stadt und Land, zwischen Tradition und Moderne. Ob Kinderrap aus Nordkorea, kambodschanischer Beat aus der Zeit der Roten Khmer, Sufi-Pop oder subsaharische Bluesvarianten - Sublime Frequencies basteln mit Begeisterung und ohne Sponsoren an Ihrer alternativen Weltmusik-Bibliothek aus verschüttetem Archiv-Material, Bootlegs, Field-Recording oder Radiomaterial. Nach fast 50 Sampler- und CD-Veröffentlichungen seit ihrer Gründung 2003, gehen Sublime Frequencies nun zum ersten Mal mit zwei Live-Acts, Filmen und DJs auf Tour. Group Doueh um den Gitarristen Bamaar Salmou aka "Doueh" kommen aus Dakhla, in der West-Sahara. Ihre hypnotische, treibende Musik verbindet traditionelle mauretanische Sahrawi/Hassania-Musik auf untypische Weise mit Einflüssen westlicher Pop- und Rock-Musik. Die Band istein Familienunternehmen und besteht neben Bamaar Salmou aus dessen Frau Halima (Gesang/tbal), ihrem Sohn Jamal an der Orgel sowie ihrem langjährigen Freund Bashiri (Gesang). Omar Souleyman ist in Syrien eine Legende. Nach 15 Jahren unermüdlicher Konzert-und Aufnahmetätigkeit, stößt man in Syrien überall auf die als MCs veröffentlichten Alben von Souleyman, von denen er bereits über 500 (!!!) produziert hat. Sein Folk-Pop kommt nicht nur von den Straßen Syriens, sondern er lebt auch auch dort. Seine Musik speist sich aus den unzähligen Musiktraditionen der Region mit ihrer syrischen, irakischen, türkischen und kurdischen Bevölkerung. Zwischen überlieferten Formen von "folk-poetry", Omars herausragendem, vielgesichtigem Gesang und arabischen Keyboardmelismen, die sich zwischen Holzbläsern, Streichinstrumenten und Percussion in die Höhe schrauben, entsteht eine dringliche, unpolierte, euphorisierende Partymusik. Nach der gemeinsamen Tourvorbereitung in den Heimatländern der beiden Bands, kommt fast das ganze Sublime Frequencies-Teaml mit auf die Tournee und wird sich in seinen DJ-Sets ausschliesslich auf unveröffentlichte Musik  beschränken.

aus der taz vom 24.11.2006 [http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/11/24/a0174]

Kehrseite der Weltmusik

Alan Bishop ist einer der eigenwilligsten Aktivisten des amerikanischen Undergrounds. Auf seinem Label Sublime Frequencies veröffentlicht er Musik aus den popkulturell vergessenen Ecken der Welt

VON ANDREAS HARTMANN
Über Nordkorea wissen wir nicht viel. Das übliche halt: irrer Diktator, beinharter Kommunismus, Massenaufmärsche, Atombombe. Die Kultur des Landes, Musik, Theater, Film, ist so gut wie unbekannt. Kim Jong Il soll ein paar Opern geschrieben haben, das war es aber auch schon bald. Wie eine unerwartet bunte Postkarte aus einem unbekannten Land wirkt somit die Compilation "Radio Pyongyang: Commie Funk and Agit Pop from the Hermit Kingdom". "Schmaltzy Synthpop, Revolutionsrock und frechen Kinderrap" verspricht sie im beiliegenden Booklet. Das ist doch was: frecher Kinderrap aus Nordkorea, darauf hat man gewartet. Bislang wusste man nicht einmal, dass es in diesem traurigen Land überhaupt Musik jenseits von Märschen zu Ehren des großen Führers zu hören gibt, und dann gleich so etwas. Plötzlich eröffnet sich vor einem eine Welt aus wunderbar pathetischem Chorbombast und Synthiekitsch, einer Mischung aus einer Karaokeversion von Laibach und derzeit angesagtem Achtzigerjahre-Revival. Man kann auch Popmusik dazu sagen. So lässig funky und grell poptrashig, wie hier der Soundtrack einer brutalen Diktatur erscheint, geht es in Nordkorea in Wirklichkeit natürlich nicht zu. Dieser Sampler bildet keine obskure Exotik authentisch ab, ist keine ethnografisch wertvolle Studie, sondern überhöht Klischees, bricht sie nach Belieben sofort wieder, spielt eher mit unseren Vorstellungen, als sie zu hinterfragen. Verwurstet wurden hierfür über Jahre hinweg beim nordkoreanischen Sender Radio Pyongyang mitgeschnittene Klänge und Musik. Das Ergebnis ist eine lustige Collage, "Motherland Megamix" nennt sich eine Nummer, der "Sound of Nordkorea" wird also präsentiert wie das Mixtape eines DJs. Und auf der Rückseite der CD grinst Kim Jong Il sein dämlichstes Grinsen. Bizarr, schön, aufregend Sublime Frequencies nennt sich das Label aus Seattle, das derartige Sampler veröffentlicht, die nirgendwo richtig einzuordnen sind. Fast alle dieser CDs sind unheimlich bizarr, aufregend, seltsam schön und machen vor allem ziemlich viel Spaß. Wer bereits die aktuelle Platte von Robbie Williams für ungewöhnlich und eigenwillig hält, sollte es mal mit diesen Schatzkästchen versuchen, baffes Staunen sei hiermit garantiert! Das Konzept des Labels ist vergleichbar mit dem, was auch die Szene rund um die sogenannte Weltmusik im Sinn hat: die Musik fremder Länder einem westlichen Publikum auf bequeme Art zugänglich zu machen. Doch was der Betreiber von Sublime Frequencies, Alan Bishop, von der Weltmusikszene hält, macht er unmissverständlich klar: "Sie ist der Feind, und zwar aus mehreren Gründen. Sie ist langweilig, korrupt, heuchlerisch, herablassend und manipulativ. Doch am schlimmsten ist: Es fehlt ihr an einer Vision." Nun ist unter "Weltmusik" alles mögliche subsumierbar, der Begriff ist extrem schwammig. Doch fasst man sie so allgemein wie möglich, lässt sich sagen: Alle Musik, die nicht aus Europa oder Nordamerika kommt, ist Weltmusik. Und dann ist Sublime Frequencies, auch wenn Bishop mit dem Begriff so gar nichts anzufangen weiß, eine Art Kehrseite des Genres, das Schmuddelkind, das sich nicht um die kümmert, die es bereits geschafft haben, sondern um die, die einfach vergessen wurden. Das Label stöbert am liebsten in den vermeintlich ödesten und vergessensten Ecken der sogenannten Dritten Welt, um die abartigsten Soundhybride und Kulturdurchkreuzungen wie verloren gegangene Grabbeilegungen zu bergen. Meist ist der Westen in diesen unzugänglichen Landstrichen bereits angekommen und hat seine Spuren hinterlassen, genau das ist ja das Gute daran. So bekommen wir Wagenladungen an Sufi-Beat, Burma-Pop, Psychedelic aus Sumatra, Trance Rock der Tuareg der Sahel Zone. Musik aus von Diktaturen zerrütteten Ländern, in denen Jimi Hendrix und die Beatles bereits einmal eine Rolle gespielt haben - es kann sich dort heute nur kaum noch jemand daran erinnern, wann das gewesen sein soll. Gefragt sind bei Sublime Frequencies Soundclashes, bei denen röhrende Hammondorgelsounds auf flirrende arabische Streicher treffen oder eine durchgeknallte Fuzzgitarre auf fernöstliche Rhythmen, bei denen einem beinahe schwindelig wird. Authentisch Folkloristisches ist nicht gefragt. Kein Wunder, dass Sublime Frequencies weniger in der Weltmusikszene beachtet wird als bei Popinteressierten, denen auch die Platten von Moondog oder Brother Ah nicht zu obskur sind. Die Arbeit von Alan Bishop und seinen Helfern ist die von Archivaren. "Choubi Choubi! Folk and Pop Sounds from Iraq" jubiliert eine dieser Archiv-Compilations voll mit "irakischen Musikstilen aus der Ära Saddam": In den Siebzigern, man glaubt es kaum, wurden im Irak noch keine Selbstmordanschläge verübt, dafür rockte man, bis die Polizei kam. Oder die "Cambodian Cassette Archives". Diese präsentieren "Khmer Folk and Pop Music" aus Kambodscha, verstrahlte polyrhythmische Beatmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Das meiste davon wurde aufgenommen kurz nach dem Errichten der Schreckensherrschaft der Roten Khmer 1975. Zu der Zeit wurden die Künstler des Landes reihenweise hingerichtet, gefunden wurde die Musik somit auf Original-Kassetten von ins Ausland exilierten Kambodschanern. Arbeit der DIY-Achivare Zu beinahe jedem der unzähligen Sampler von Sublime Frequencies gibt es derart kuriose Hintergrundgeschichten, die dokumentieren, wie hier Musik mit großen Aufwand wahrhaftig geschürft wurde. Die Rede ist in den Booklets von Kontaktpersonen, die vor Jahrzehnten entstandene Musik gesammelt haben und ihre Privatarchive glücklicherweise nie entsorgt haben. Da wird von Taxifahrern in Bagdad berichtet, die Zugang zu der heißen Ware haben, einem "Mohammed aus Haifa", der auf die Musik für die Compilation "Radio Palestine" aufmerksam gemacht hat und der "aus Gründen, die wahrscheinlich nie mehr herauszubekommen sind", wie es in dem Booklet der CD heißt, inzwischen verschollen ist. Die musikalischen Funde stammen dann oftmals von selbst im eigenen Land längst vergessenen oder verfemten Künstlern, nicht selten ist der Name eines Musikers, dessen Stück vielleicht auf einer verrotteten Cassette auf dem Rücksitz eines Taxifahrers gefunden wurde, überhaupt nicht mehr herauszubekommen. Verschlungene Wege Diese verschlungenen Wege, auf denen Sublime Frequencies oftmals fündig wird, haben dem Label bereits den Vorwurf eingebracht, unseriös zu arbeiten, die Dritte Welt auf der Suche nach den obskursten Fundstücken abzugrasen und zur großen Freude des Wohlstandswestens "auszubeuten". Die meist unheimlich trashig und wild collagiert gestalteten CD-Cover tun ihr Übriges, um diesen Eindruck zu verstärken. Alan Bishop sieht die Sachlage jedoch völlig anders. "Dass wir unseriös arbeiten würden", sagt er auf Anfrage, "das ist einfach nicht wahr. Wir bezahlen so viele Künstler wie möglich, wenn wir sie ausfindig machen können. Von den Einheimischen bekommen wir ausschließlich positive Reaktionen, weil sie wissen, dass wir das, was wir tun, mit Liebe tun." Außerdem führt er an, dass das Erstellen von Bootlegs in den Gebieten, für die sich sein Label interessiert, einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns. Kassetten würden dort andauernd wild kopiert, und niemand kümmere sich um Lizenzen. Musiker, die davon lebten, live aufzutreten, freuten sich vielmehr darüber, dass sie und ihre Musik Verbreitung fänden. Bishop beschreibt sich selbst als jemanden, der Zeit, Geld und Energie in sein Label steckt, das für ihn selbst finanziell nichts abwirft. Seine Arbeit stellt er dabei in eine Traditionslinie mit solch einflussreichen Labels wie Smithsonian Folkways oder Nonesuch Explorer, für die Soundforscher durch die ganze Welt und durch die entlegensten Wälder und Sumpfgebiete Amerikas reisten, um eigenwillige bis eigentümliche Musik ausfindig zu machen. So genannte field recordings wurden bereits 1952 von dem legendären Harry Smith zur "Anthology of American Folk Musik" zusammengefasst, die heute als heiliger Schrein der klassischen amerikanischen Popmusik gilt und der nicht nur Bob Dylan alles verdankt. Smith, das sei noch angemerkt, hat sich übrigens nie um die Rechte für seine Aufnahmen gekümmert. Alan Bishop ist der Harry Smith unserer Tage mit "Around the world"-Ticket, und ein echter Kauz ist er obendrein. Seit 25 Jahren sammelt er diese seltsame Musik aus aller Welt, sagt er, genauso lange, wie er in der oberobskuren Band Sun City Girls zusammen mit seinem Bruder und einem weiteren komischen Vogel spielt. Derzeit ist viel die Rede von einer neuen Bewegung des "weird folk", von Typen wie Devendra Banhart, Neohippies mit Bärten, einem "anderen Amerika", das den Geist Jack Kerouacs und Grateful Deads neu beschwört. Die Sun City Girls sind ganz bestimmt die Urväter dieser erneuerten Szene und gleichzeitig deren kuriosestes Abbild. Unzählige Platten und Kassetten gibt es von ihnen, erschienen auf den Kleinstlabels, voll mit der seltsamsten Musik zwischen Folk, Punk, Kraut, Schamanismus und, na ja: Weltmusik. Bishop betrieb außerdem Anfang der Achtziger zusammen mit Moe Tucker, der Schlagzeugerin von Velvet Underground, die längst vergessene Band Paris 1942, spielt unter den Pseudonymen Alvarius B und Uncle Jim Platten im Fingerpicking-Gitarrenstil John Faheys ein und hat zuletzt eine Sammlung früher Soundtracks von Ennio Morricone zusammengestellt. Der Mann ist ein Unikat, einer der eigenwilligsten DIY-Aktivisten des amerikanischen Undergrounds. Und nun verliert er eben, so sagt er, bereitwillig Geld mit seinem Label, um "obskure Musik von kaum bekannten Teilen der Erde von großartigen Künstlern" zugänglich zu machen. Einer müsste das ja machen. Aufgrund der übrigen Musikindustrie, der es nur um das Geld ginge, gäbe es leider nur eine Alternative zu seiner Forschertätigkeit. "Die Alternative", so sagt er, "lautet ganz einfach: diese Musik nicht hören zu können."
Eintritt: AK: 13€/VVK&AKerm.: 10€

Dienstag 09.12.2008, 20.30 Uhr, Stadtgarten, Konzertsaal
Reconstructing Song XV – No Place Like Home

Burnt Friedman/Jaki Liebezeit

“belle du vent”
& “moon mirror” (M: Hayden Chisholm/T: Rebecca Horn)
Hayden Chisholm – altosax, melodica
Denizhan Kocer – vocals
Gareth Lubbe – viola, vocals
Franz Hautzinger – trompete
Nadio Marenzo – accordeon



Sowohl das Duo Friedman/Liebezeit als auch Hayden Chisholm arbeiten mit seltener Konzentration, Präzision und Eleganz an einer stillen Überschreitung musikalischer Idiome. Mit dem Song-Zyklus „Belle Du Vent“ entwirft Saxofonist Chisholm (Root 70, Embassadors) eine imaginäre Folklore, die in der Stille zu schweben scheint. Ursprünglich als Installationsmusik für die Künstlerin Rebecca Horn konzipiert, bietet die Komposition der weichen, oft fast geflüsterten Hauptstimme von Denizhan Kocer, dem Obertongesang des Bratschers Gareth Lubbe, den einzigartigen Trompetenklänge Franz Hautzingers und Chisholms klarem, mikrotonalen Saxophon-Spiel viel Raum zur Entfaltung. "We don´t have any left to break through, so it is left for us to slowly and carefully put together some of these broken pieces and develop a new language for our own troubled times..." (Hayden Chisholm) Stehen bei Chisholm Melodien und Klangfarben im Mittelpunkt, dreht sich bei Bernd Friedmann und Jaki Liebezeit alles um Rhythmus. Mit langen, atemberaubend präzise getrommelten Zyklen ungerader Rhythmen liefert CAN-Schlagzeuger Liebezeit eine flexible Struktur für die fein modulierten Einspielungen aus Friedmans Soundarchiv. So entsteht eine abstrakte Ritual-Musik zwischen Trance, Differenziertheit und Reflektion.
“Zusammen sind die beiden eine Sensation” (Die Welt)
....endlessly inventive and smooth as silk. (The Wire)
...[they ]sound[s] like the modern jazz quartet of the 24thcentury...(Uncut)
Eintritt: AK: 13.- EUR/VVK & AK erm.: 9.- EUR

Freitag 14.11.2008, 20.30 Uhr, Stadtgarten, Konzertsaal
Reconstructing Song XIV.2 – Stranger Folks

Hammerschnmidt
Reines D´Angleterre (Ghédalia Tazartès/ Jo Tanz/él-g)
& DJ Georg Odijk



Reconstrucitng Song XIV widmet sich Musikern, die unbeirrt von Moden und Kontexten ihren eigenen Sound entwickeln.
Ghédalia Tazartès ist ein Extremfall dieser Spezies. Seine Musik ist geheimnisvoll, voller unerwarteter Brüche, Risse und Klüfte. Seine Aufnahmen sind eigenwillige, hochemotionale Traumlandschaftem. Tazartes ist ein Sammler von Tönen und Geräuschen, schreibt seine Musik mit dem Tonband. Spannungsreich collagierte Songs verbinden Musique concrete mit Ethno und Techno. Elemente von Minimal und Industrial durchziehen sie, klingen wie Sirenen eines am Horizont verschwindenden Schiffes. Tazartes singt in einer improvisierten Phantasiesprache, die hin und wieder französisch anmutet. Es wird gelacht und geschrien. Seine Geschichten können voller Schmerzen sein, mehr gefühlt als verstanden. Er dreht und wendet die Worte, klingt kindlich, männlich, weiblich, animalisch, arabisch, afrikanisch, indisch, hebräisch. Tazartès' Gesang weht aus der Wüste in die Metropolen herüber. Ghedalia Tazartes ist äußerst selten auf der Bühne zu erleben. Er lebt in Paris, arbeitet gelegentlich für Theater-, Film- oder Tanzproduktionen. Seit zwei legendären Konzerten in Zürich & Bern 1987, war er bis vor Kurzem nur noch hinter den Kulissen tätig. Bei Reconstructing Song ist er mit Reines D´Angleterre, seinem ganz neuen Live-Projekt mit den jungen Elektronikern Jo Tanz und él-g zu Gast. Mit él-g verbindet ihn die Faszination für das Absurde und die menschliche Stimme, mit Jo Tanz (Placenta Popeye, Tanzproces) die Vorliebe für Noise und Dekonstruktion.
Für Fans von arabischer & nomadischer Musik, Zigeunermusik & Akkordeon, Ambient & Industrial, Soundtrack & Science Fiction, Mittelalter & Moderne. Zur Köln-Premiere dieses singulären Musikers rollt der Kölner Elektroniker Sebastian Hammerschmidt den roten Teppich aus. Hammerschmidt ist im Grenzbereich von Elektroakustik, Improvisation & Neuer Musik unterwegs, arbeitet derzeit einem Stück für Posaunenquartett, Free-Jazz Schlagzeuger & Live-Elektronik sowie an einem Zyklus für Streichquartett, Chitarrone & Laptop, aus dem er am heutigen Abend einige Stücke zu Gehör bringen und in der improvisatorischen Auseinandersetzung dekonstruieren wird.

Vorab legt der glühende Tazartes-Verehrer Georg Odijk (A-Musik) schöne Platten auf.
Eintritt: AK: 12.- EUR/VVK&AK erm; 8.- EUR

Montag 27.10.2008, 20.30 Uhr, Stadtgarten, Konzertsaal
Reconstructing Song XIV: Strange Folks

Paul Metzger (New York)
N.N. (N.N.)



Reconstrucitng Song XIV widmet sich Musikern, die unbeirrt von Moden und Kontexten ihren eigenen Sound entwickeln. Paul Metzger z.B. bringt alles durcheinander: Seine Gitarren sind Mutationen mit zahlreichen Erweiterungen, seine Banjos haben zuviele Saiten und als amerikanischer Musiker, dessen Folk-Hintergrund immer spürbar bleibt macht er zutiefst von Ragas und anderer indischer Musik inspirierte Musik. Und all das wirkt vollkommen, stimmig und authentisch. Wunderbare, ruhige Musik mit unaufdringlichem Eigensinn.
Die zweite Band des Abends steht zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht fest.

Paul Metzger:
www.myspace.com/paulmetzger

Eintritt: VVK/AK erm.: 8.- EUR/ AK: 12.-

Sonntag 19.10.2008, 20.30 Uhr, Stadtgarten, Studio 672
Reconstructing Song XIII: Serious Deconstruction

Dorothea Schürch (Zürich)
KONK PACK (London/Köln)



Eines der Ziele von Reconstructing Song ist es, zu untersuchen, wie sich Songs und Gesang unter dem Einfluss musikalischer Errungenschaften der letzten Jahrzehnte verändern können und verändert haben. Die geräuschorientierte improvisierte Musik, die als Spätfolge des Free Jazz in Europa und v.a. in England entstanden und augeblüht ist gehört zu diesen Errungenschaften. Sänger tun sich in diesen Zusammenhängen zumeist schwer. Nur wenige schaffen es hier überzeugend ohne Worte, mit hoher klanglicher und formaler Abstraktion Substantielles beizutragen. Zu Ihnen gehört Dorothea Schürch. Sie ist zwischen improvisierter und neuer Musik, zwischen Performance und Theaterbereich längst eine international gefragte Vokalistin und Performerin. Die Stimme ist ihr vor allem ein Denkorgan. An diesem Abend trifft sie auf das deutsch-britische Hardcore-Improv-Trio KONK PACK, eine echte Working Band aus dem Kölner Weltklasse-Analog-Synthie-Spieler Thomas Lehn, Tim Hodgkinson(Table-Top-Guitar) und Schlagwerker Roger Turner. In der Musik des Trios finden die Sensibilität der britischen New Improvised Music und ein rockender, trashiger approach aufs Glücklichste zusammen. Die Musiker von KONK PACK sind allesamt internationale Koryphäen der improvisierten Musik und spielten u.a. mit John Russell, Hugh Davies, Rhodri Davies, Alan Silva, Phil Minton, John Butcher, Comforts of Madness, Axel Dörner, Evan Parker, Derek Bailey, Henry Cow und Cecil Taylor.

Konkpack:
www.myspace.com/konkpack
www.thomaslehn.com
download: 10 Jahre KONK PACK doc

Dorothea Schürch:
www.doch.ch
www.andersmusic.ch/01_musik/02_AH/dorothea_schuerch.html

Eintritt: VVK/AK erm.: 8- EUR/ AK: 12.- EUR

Sonntag 12.10.2008, 20:30 Uhr , Stadtgarten, Konzertsaal
Reconstructing Song XII: Self-Portrait

RED POINT
Akemi Takeya & Metalycee (Japan/Wien)



Akemi Takeyas Performancestück "Red Point" ist die Suche nach einer zeitgenössischen Form des künstlerischen Selbstportraits. Im Mittelpunkt aller Klänge, Bilder und Texte: Ihr Körper, ihre Stimme, ihre GeschichtenÊ - als Japanerin eine Fremde in der westlichen Welt, als Mensch und als Performerin innerlich wie äu§erlich immer in individuell-kreisender Bewegung.
Akemi Takeya ist Tänzerin, Choreografin, Musikerin. Ihre vielseitige Ausbildung in Japan sowie ihre Kooperationen mit Künstlern aus den Bereichen Tanz, Theater, Film/Video, Fotografie und Musik machen Takeya zu einer beweglichen Protagonistin im Spannungsfeld zwischen östlicher und westlicher Kultur, Tradition und Moderne. Das Stück entsteht im Zusammenwirken mit den Projektionen des Kollektivs Strukt und dem Live-Sound der Wiener Band Metalycee, die Metal mit den Mitteln elektronischer Musik radikal transformieren. Gegründet von Armin Steiner und Nik Hummer, die unter dem Namen thilges 3 als Klangkünstler bekannt geworden sind, hat Metalycee "eine neue Form der Härte ohne Brutalität erfunden. ähnlich den Drone-Bands ist hier nicht Geschwindigkeit das Kriterium, sondern Tiefe, in allen Belangen."
skug

Akemi Takeya aka Dahlia Lana: Konzept, Regie, Choreographie, Komposition, Lyrics
Metalycee: Armin Steiner: Elektronik; Bernhard Breuer: Schlagzeug; Matija Schellander: Bass; Nik Hummer: Elektronik

Akemi Takeya:
www.imeka.net

Metalycee:
www.myspace.com/metalycee

Eintritt: VVK/AK erm.: 8.- EUR/ AK: 12.- EUR